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Neujahrsempfang der Hansestadt Osterburg (Altmark)

erstellt von Jana Henning | |   Presse

Rund 120 Gäste am 07.01.2026 in der Lebenshilfe-Hauptwerkstatt

Rund 120 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft begrüßte Nico Schulz am Mittwoch, den 7. Januar 2026 beim Neujahrsempfang der Hansestadt Osterburg (Altmark). Dieses Mal in der Hauptwerkstadt der Lebenshilfe gGmbH an der Düsedauer Straße, musikalisch umrahmt von Sophie-Charlotte Sassemit Hoffnungsliedern am E-Piano und der Lebenshilfe-Beschäftigten Lara Luisa Täger an der Flöte. Garniert wurde die Veranstaltung mit Segenswünschen von Ehrenbürger und Pfarrer a.D. und Glücksbotschaften von Bezirksschornsteinfeger Robert Fenzl. „Inklusion ist eine Frage der Haltung und zeigt sich ganz praktisch, nicht nur in Konzepten“, dankte Lebenshilfe-Geschäftsführerin Sarah Maaß den Osterburger Einrichtungen, Initiativen und Vereinen für Chancengleichheit und Offenheit in der Einheitsgemeinde, die Begegnung schaffen. Früh stärken erspare später mühsames Reparieren und ins Gespräch kommen / bleiben sei elementar. Den imaginären Staffelstab in Form eines dringenden Wunsches nach Reparatur des Geh-/Radweges zur Geschäftsstelle nahm der Bürgermeister nach ihrem Grußwort dankend an.

„Einigung auf Basis der Realität – des Machbaren“

Denn die Huckelpiste entlang der Landesstraße Radweg zu nennen, sei mindestens unwürdig - hinter „nicht zuständig“ verstecken allerdings keine Lösung. Um den Prozess zu beschleunigen habe das Bauamt Unterstützung in der Organisation, Planung und Koordination aller nötigen Schritte bis zur konkreten baulichen Umsetzung angeboten. „Wir suchen Wege, gemeinsam begehbare und realisierbare“, sieht Nico Schulz darin einen Grundpfeiler der Demokratie. „Einigung auf Basis der Realität – des Machbaren.“ Und dazu gehöre auch, der Erhalt der Vielfalt einer Einheitsgemeinde mit 31 Ortsteilen, 33 Kirchen, 24 Feuerwehren, 12 Fußballplätzen, 7 Kindergärten - beispielhaft genannt – sei allein über die hauptamtlichen Strukturen der Stadtverwaltung nicht schaffbar. Und so dankte er ausdrücklich allen Ehrenamtlichen für ihre unschätzbar wichtige Arbeit in den Bereichen Brandschutz, Sport, Kultur, Soziales und Kommunalpolitik – genauso wie den Firmen, die mit Sponsoring, Spenden und technischer Unterstützung so viele gemeinnützige Projekte umsetzbar machen.

Zeitalter der Kommunen angebrochen

In seiner dritten Amtszeit stehe er als Bürgermeister mit Verwaltung und Stadtrat am Anfang einer Lernkurve in einer Phase des gesellschaftlichen Wandels – geprägt von Globalisierung, Polarisierung und Auflösung der bisherigen Sicherheitsstrukturen. „Und in einer solchen Zeit, so sagt man, identifizieren sich die Menschen wieder mehr mit ihrer Heimat“, sieht der Bürgermeister darin eine Chance, durch aktives Mitgestalten gegen Ohnmachtstendenzen anzugehen und sich den vielen großen Herausforderungen gemeinsam zu stellen. Die dringend zu sanierende Schwimmhalle „Am Fuchsbau“, die seit 2016 regelmäßig wegen Reparaturarbeiten geschlossen werden musste, wie aktuell wegen abgeplatzter Fliesen und einer irreparabel defekten Heizungsanlage, gehöre definitiv dazu. „Jede weitere Reparatur wäre nur eine erneute punktuelle Maßnahme. Es würden weitere Schäden folgen, weil der Beton wie ein Schwamm mit Chlorwasser vollgesogen ist“, hofft Nico Schulz auf einen guten Weg mit Landesregierung und Bund.

Und apropos Herausforderungen: Mit einer notwendigen Haushaltskonsolidierung beginne des Jahr 2026 mit einem Einsparprozess, der Einiges abverlangen werde. „Ursache sind die ständig steigenden Kosten für Personal, Technik und Energie, weniger Landeszuweisungen sowie höhere Umlagen für den Landkreis“, fange dies selbst eine gute wirtschaftliche Entwicklung nicht auf. Doch mit dem Aufstieg vom Grundzentrum zum Mittelzentrum, gemeinsam mit Seehausen, sieht Nico Schulz neue Handlungsspielräume, die einer Kommune als erster Ebene des Apparats „Die da oben“ in den zentralen Fragen wie Gesundheitsversorgung, Bildung, Mobilität, Straßen und Wege, Gestaltung des demografischen Wandels, Innenstadtentwicklung etc. helfen. Denn „in Berlin redet man über Staatsmodernisierung, während draußen in den Gemeinden die Realität brennt.“ Wichtige Löschtaktiker seien Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, „doch wir sitzen auf der Zuschauertribüne – immer erst gefragt, wenn es ans Umsetzen, Erklären, Rechtfertigen und Haften geht – also darum, die Verantwortung zu tragen.“ Man quäle sich durch die Stromschnellen der Gesetze und frage sich nur noch „Was ist erlaubt?“ statt „Was ist sinnvoll?“ - appelliert Nico Schulz: „Also, liebe Politiker, bitte traut euch 2026 den Kommunen wieder mehr Verantwortung zu geben. Für Stabilität, Vertrauen und Fortschritt in unserer unmittelbaren Heimat, wo Kinder und Jugendliche in festen Strukturen noch weitgehend behütet aufwachsen können und die Älteren Anlaufpunkte haben.“

2025 wurde beispielsweise ein neuer Standort für das Jugendfreizeitzentrum in direkter Nachbarschaft des Quartiersmanagements gefunden, das als Begegnungsstätte in der Gartenstraße durch die Borghardt-Stiftung weitergeführt wird. 2025 fand die 30 Jahre währende Diskussion um einen zukunftsfähigen Verwaltungssitz im Rathaus am Kleinen Markt mit Platz für alle Beschäftigten einen Schlusspunkt. Den fertigen Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Rossau nannte der Bürgermeister als weiteren Meilenstein im vergangenen Jahr und stolz sei er auch auf die vielen Vereinbarungen mit Betreibern von Windkraftanlagen über die Zahlung des EEG-Geldes. Die Einnahmen in Höhe von 500.000 Euro gehen zur Hälfte direkt in die Ortschaften, mit der anderen Hälfte wird die Mittagsversorgung der Kinder gestützt. Zu den Tops 2025 zähle auch ein eigenes Stromprodukt EnWiOfür den PLZ-Bereich 39606, für das sich im letzten halben Jahr 61 Haushalte entschieden haben. Im gerade angebrochenen Jahr werde die „Alte Schule Gladigau“ zur künftigen Spielstätte des Dorftheaters ausgebaut – Dank Fördermittel und des Einsatzes von Landrat Patrick Puhlmann und der SPD-Abgeordneten Juliane Kleemann. Ein Anbau der Lindensporthalle kann ebenfalls durch Bundesmittel realisiert werden. Der Landkreis wird die Ortsdurchfahrt Schmersau sanieren, die Stadt den Regenwasserkanal in der Ackerstraße erneuern und die Straße Schilddorf vom Krebsweg bis zur Tankstelle neu ausbauen.

Mit Sorge blickte der Bürgermeister auf die anstehenden Debatten im Kreistag, den Sitz der ALS nach Stendal zu verlegen und das Museumsgebäude nicht zu sanieren und rief den Gästen den Geist der Einigung im Zuge der Gebietsreform 1994 ins Gedächtnis. Dieser werde getragen von der Idee, Einrichtungen in der Fläche zu erhalten.

Lothar Müller aus Osterburg erhält den Ehrenamtspreis

Mit einem Dank an alle ehrenamtlichen Helfer auf den Dörfern und in der Stadt leitete der Bürgermeister zum Ehrenamtspreis über. „Er ist der Hüter des kulturellen Gedächtnisses. Er ist der Herr der Stufen; der Straßen, Wege und Winkel dieser Stadt und Umgebung. Durch ihn wird Geschichte mit profundem Fachwissen und unermüdlichen Einsatz lebendig. Er ist Herausgeber mehrerer Bildbände – liebevoll zusammengestellte Werke, die das Alltagsleben, die Menschen und die städtische Entwicklung eindrucksvoll dokumentieren“, bat Nico Schulz dem diesjährigen Ehrenamtspreisträger auf die Bühne. Den Chronisten und fesselnden Erzähler in einer Person, Lothar Müller aus Osterburg. Er ist bei allem was er tut mit großem Herzblut bei der Sache. Die Erforschung und Bewahrung der Geschichte ist seine Passion. „Er ist DER Stadtführer, denn mehr haben wir nicht“, verband der Bürgermeister mit seiner Ehrung den Aufruf in die Bevölkerung, sich bei Interesse an die Stadtverwaltung zu wenden. „Lothar Müller, du bist Geschichte zum Anfassen.“

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Lebenshilfe-Geschäftsführerin Sarah Maaß eröffnete 19 Uhr die Veranstaltung
Bürgermeister Nico Schulz blickte zurück und nach vorne - mit klaren Worten.
Der Neujahresempfang wurde musikalisch umrahmt von Sophie-Charlotte Sasse mit Hoffnungsliedern am E-Piano
Lebenshilfe-Beschäftigte Lara Luisa Täger unterstütze musikalisch an der Flöte
Rund 120 Gäste aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft nahmen die Einladung zum Neujahrsempfang an.
Ehrenbürger und Pfarrer a.D. Norbert Lazay überbrachte Segenswünsche
Bezirksschornsteinfeger Robert Fenzl übermittelte Glückwünsche zum neuen Jahr
Lothar Müller erhält Ehrenamtspreis der Hansestadt Osterburg (Altmark)

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