Die Förderung des Quartiersmanagements Osterburg durch die Deutsche Fernsehlotterie läuft – wie ursprünglich vorgesehen – im September 2025 aus. Gemeinsam mit den Pfeifferschen Stiftungen hat die Hansestadt Osterburg in den vergangenen Jahren ein lebendiges, bürgernahes Projekt aufgebaut, das weit über die Stadtgrenzen hinaus als Modell für ein gelingendes Miteinander der Generationen auf dem Land gilt.
Vor dem Hintergrund der derzeit angespannten kommunalen Haushaltslage in Sachsen-Anhalt – und damit auch in der Hansestadt Osterburg – ist eine eigenständige Fortführung des Projekts durch die Stadt allein aktuell leider nicht realisierbar. Daher prüft die Stadt akribisch alle denkbaren Optionen für eine Fortsetzung – gemeinsam mit alten und möglichen neuen Partnern sowie unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft.
„Aktuell führen wir erfolgversprechende Gespräche mit der Borghardt-Stiftung Stendal, die in Osterburg auch einen Kindergarten betreiben und über das Quartiersmanagement dort schon Begegnungsräume für Jung und Alt geöffnet haben“, bemüht sich Nico Schulz um einen möglichst nahtlosen Übergang. „Jetzt müssen noch konkrete Finanzierungsmöglichkeiten durchgespielt und ausgelotet werden“, ist für den Bürgermeister klar: „Das Angebot hat hier Wurzeln geschlagen und wird gebraucht.“
Ein Projekt, das Gemeinschaft neu gestärkt hat
Seit dem Start im Jahr 2020 hat das Quartiersmanagement mit seinen Begegnungsstätten in der Melkerstraße und in der Gartenstraße wichtige Impulse für Teilhabe, Nachbarschaftshilfe und niedrigschwellige Beratung gesetzt. Über fünf Jahre hinweg entstanden in enger Abstimmung mit der Stadt Osterburg zahlreiche Angebote, die insbesondere älteren Menschen Begegnung, Aktivität und Unterstützung im Alltag ermöglicht haben.
Dieser Erfolg ist nicht zuletzt dem großen Engagement der Pfeifferschen Stiftungen und insbesondere den verantwortlichen Mitarbeiterinnen vor Ort zu verdanken: Aileen Hilbring, Natali Reindl und Sophie Schönemann, die das Projekt gemeinsam unter der Bereichsleitung durch Steffi Ginap aufgebaut, getragen und weiterentwickelt haben.
„Das Quartier Osterburg ist ein Ort des Vertrauens und der Zugehörigkeit geworden – für viele Menschen ganz unterschiedlicher Generationen“, so Sophie Schönemann, Fachkoordinatorin Quartiersarbeit bei den Pfeifferschen Stiftungen. „Es war und ist uns ein großes Anliegen, bürgerschaftliches Engagement sichtbar und wirksam zu machen. Dass das Projekt mit so viel Resonanz angenommen wurde, macht uns dankbar.“
Gemeinsam getragen – mit Verständnis für die Grenzen
Auch wenn die Stiftungen das Quartiersmanagement künftig nicht mehr in eigener Trägerschaft fortführen können, stehen die Beteiligten einem kooperativen Weiterentwicklungsmodell offen gegenüber.
„Wir haben immer signalisiert, dass wir gern an der Seite der Stadt bleiben würden – wenn auch in veränderter Rolle“, erklärt Sophie Schönemann. „Das Projekt ist ein Erfolg. Es hat Vertrauen geschaffen, Gemeinschaft gestärkt und Bedürfnisse sichtbar gemacht. Diesen Schatz sollten wir gemeinsam bewahren.“
Zugleich betonen die Pfeifferschen Stiftungen, dass ihr derzeit laufender Sanierungsprozess keinen Einfluss auf das planmäßige Projektende hat. Die Förderlaufzeit auch durch das Deutsche Hilfswerk war von Anfang an zeitlich befristet – der Ausstieg erfolgt also nicht aus finanzieller Notlage, sondern entspricht der ursprünglichen Planung.
„Weder der Stadt Osterburg noch uns fällt es leicht, dieses erfolgreiche Projekt vorerst nicht fortführen zu können“, sagt Sophie Schönemann. „Aber wir stehen weiterhin bereit, wenn sich neue Wege eröffnen. Unsere Türen sind für tragbare Zukunftsmodelle offen und wir ziehen uns keineswegs zurück aus Osterburg.“
Das Land Sachsen-Anhalt hat das Projekt flankierend unterstützt und damit wichtige Rahmenbedingungen für die Umsetzung geschaffen. Auch hierfür danken die Beteiligten ausdrücklich.
Blick nach vorn
Bis zum offiziellen Auslaufen der Förderung im September wird das Quartiersmanagement wie gewohnt weitergeführt. Parallel werden Gespräche mit potenziellen Unterstützern und Partnern fortgesetzt.
„Die Zusammenarbeit mit den Pfeifferschen Stiftungen war immer sehr kooperativ und hat viel bewirkt. Wir danken allen Beteiligten, Partnern, Förderern und vor allem den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die dieses Projekt getragen haben“, so Bürgermeister Schulz. „Wir werden weiterhin alles dafür tun, dass daraus noch ein dauerhaftes Angebot entsteht.“
Über die Pfeiffersche Stiftungen, milde Stiftung bürgerlichen Rechts
Die Pfeifferschen Stiftungen sind eine gemeinnützige Einrichtung und mit rund 2.000 Mitarbeitenden die größte diakonische Komplexeinrichtung in Sachsen-Anhalt. Zwei Krankenhäuser sowie ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), ambulante Pflegedienste und Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen und Senioren gehören ebenso dazu wie Werkstätten für Menschen mit Behinderungen mit weiteren ca. 600 Beschäftigten, stationäre und ambulante Altenpflege und eine in Deutschland einzigartige Hospiz- und Palliativarbeit. Darüber hinaus sind sie zu 50 Prozent am Bildungszentrum für Gesundheits- und Pflegeberufe und zu 52 Prozent am Sozialpädiatrischen Zentrum Magdeburg beteiligt.
Kontakte
Maximilian Schwärecke | Pfeiffersche Stiftungen zu Magdeburg-Cracau Pfeifferstraße 10 | 39114 Magdeburg
E-Mail: maximilian.schwaerecke@pfeiffersche-stiftungen.de | Telefon: +49 391 8505 317
www.pfeiffersche-stiftungen.de
Jana Henning | Hansestadt Osterburg (Altmark) Ernst-Thälmann-Straße 10 | 39606 Hansestadt Osterburg (Altmark)
E-Mail: jana.henning@osterburg.de | Telefon: +49 3937 492 835
www.osterburg.de


