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15. March 2019

Innovationspreis "Ausgezeichnete Gesundheit 2019" für Osterburg

Die kommunale Initiative "Medizinisches Stipendium" der Hansestadt Osterburg (Altmark) setzte sich am Mittwochabend des 13. März 2019 beim Bundeswettbewerb "Ausgezeichnete Gesundheit 2019" des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi) im Allianz-Forum Berlin als herausragendes Vorzeigeprojekt in der Kategorie "Nachwuchsförderung" gegen drei weitere nominierte Innovationsprojekte durch. Und das mit deutlicher Mehrheit von 66,1 Prozent.

Der Abstimmung ging ein ungewöhnliches Veranstaltungsformat voraus. Exakt drei Minuten hatte jeder Referent Zeit, sein Projekt zu präsentieren. Direkt im Anschluss wurden die Preisträger aus den insgesamt vier Kategorien von den gut 300 Gästen aus Politik, Ärzteschaft und Forschung per Liveabstimmung gekürt. "Ein unglaublich deutliches positives Signal für unser Engagement und unsere konkreten Maßnahmen zum Erhalt der medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten wie der Altmark", holte sich Bürgermeister Nico Schulz im Vorfeld und Anschluss der Veranstaltung Anerkennung und Zuspruch von vielen verschiedenen Vertretern der Gesundheitsvorsorge ab. Als einziger kommunaler Akteur auf der Bühne mit einer bis dato bundesweit einmaligen Antwort auf die Frage: Was tun gegen den drohenden Ärztemangel?

Genau das – die sich zuspitzende kritische Situation schon 2016 rechtzeitig erkannt zu haben und von sich aus aktiv geworden zu sein, obwohl es sich bei der ärztlichen Versorgung um keine kommunale Aufgabe handelt – veranlasste Dr. Burkhard John, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA), das Medizinstipendium Osterburg als "regionales Exzellenzprojekt" für die Veranstaltung vorzuschlagen. Insgesamt drei Absolventen des ortsansässigen Markgraf-Albrecht-Gymnasiums (MAG) sollen mit monatlich 700,00 Euro während ihrer Ausbildung (sechs Jahre Regel-studienzeit) und anschließend mit 200 Euro monatlich in der Weiterbildung zum Fach-arzt (fünf Jahre) unterstützt werden - verbunden mit der Verpflichtung auf den Standort Osterburg. Den Betrag teilen sich KVSA und Stadt. Erstmals wurde das Stipendium im Dezember 2017 an Lena Grünthal vergeben und stellt nur einen elementaren Baustein dar.

Denn das Osterburger Motto "Am Puls der Zeit – Perspektive Landarzt" steht für einen insgesamt zehn Punkte umfassenden "Leitfaden zur Ärzteversorgung", der seit Mai 2017 politisch und gesellschaftlich per Stadtratsbeschluss getragen und sukzessive umgesetzt wird, um einen drohenden Ärztemangel abzuwenden. Junge Mediziner sollen für die Übernahme einer Praxis in Osterburg gewonnen werden. Dies soll u.a. mit mietfreiem Wohnraum für Studenten, investiven Fördermitteln bei Praxissanierungen, Unterstützung von Zweigpraxen, aktivem Standortmarketing auch über eine separate Homepage, engen Kooperationen mit Universitäten sowie der Förderung von Telemedizin und Mobilität gelingen.

Was diese Veranstaltung zeigte: wie facetten- und ideenreich regionale Maßnahmen sind und dass vor Ort die besten Lösungen gefunden werden. "Doch es braucht überregionale, bundesweite Unterstützung – einen echten Ruck. Darum setze ich mich deutlich seit langer Zeit und auf vielen verschiedenen Ebenen für die Landarztquote ein. Und endlich bringt das Land Sachsen-Anhalt ein Gesetz auf den Weg, doch fünf Prozent sind viel zu wenig, um die Versorgungslücke von 262 Hausarztstellen im Jahr 2032 zu schließen", unterstreicht Nico Schulz. Von den jährlich 400 Medizinstudienplätze sollen fünf Prozent vorab an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, sich in unterversorgten Regionen niederzulassen. "Im Namen der Stadt Osterburg ha-be ich eine Stellungnahme verfasst, die eine deutliche Erhöhung der Quote sowie weitere Maßnahmen zur Gewinnung von Ärzten auf dem Land umreißt. Sie liegt Sozialministerin Grimm-Benne sowie allen Fraktionen seit einer Woche vor."

Weitere Informationen zum Innovationspreis "Ausgezeichnete Gesundheit 2019"

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