Externer Link zu www.xn--grne-wiese-beb.altmark.eu

News im Detail

02. February 2018

1. Bürgerbus Sachsen-Anhalts in Startposition gebracht

Nach etlichen Abstimmungsrunden und Genehmigungsverfahren sowie mit großer Unterstützung der ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer ist für den ersten Bürgerbus Sachsen-Anhalts nun Ziel- und gleichzeitig Startpunkt in Sicht. Heute wurde der Achtsitzer in Schönebeck abgeholt, ist gerade eben in Osterburg angekommen und steht in Startposition für die offizielle Übergabe.

Diese findet am 8. Februar 2018, ab 10 Uhr, am Dorfgemeinschaftshaus Walsleben, Schulstraße 16, mit dem Minister für Landesentwicklung und Verkehr Thomas Webel statt. An diesem Tag wird auch der offizielle Fahrplan ausgehändigt.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben an diesem Tag die Möglichkeit, einen ersten Eindruck vom Bürgerbus und seinem Einsatzgebiet zu bekommen. Denn neben der Übergabe des Bürgerbusses steht das Fahrzeug auch zur Besichtigung bereit. Außerdem werden ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer sowie das Projektteam vor Ort sein, um Fragen zu beantworten. Dazu ist jeder herzlich eingeladen. Genauso wie zu weiteren Kennenlerntagen in den Ortschaften der Einheitsgemeinde.Diese finden statt am:

Mittwoch, 14.02.2018

  • 9:00 Uhr, Königsmark, Dorfgemeinschaftshaus
  • 11:00 Uhr, Flessau, Feuerwehr (hinter der Turnhalle an der Grundschule)
  • 14:00 Uhr, Polkern, Dorfgemeinschaftshaus
  • 16:00 Uhr, Ballerstedt, Dorfgemeinschaftshaus

Donnerstag, 15.02.2018

  • 09:00 Uhr, Gladigau, Mehrgenerationenhaus
  • 11:00 Uhr, Erxleben, Dorfgemeinschaftshaus
  • 14:00 Uhr, Meseberg, Dorfgemeinschaftshaus
  • 16:00 Uhr, Rossau, Dorfgemeinschaftshaus

Am 19. Februar nimmt der Bürgerbus dann seinen regulären Linienbetrieb auf. Und zwar abgestimmt auf die Bedürfnisse mobil eingeschränkter Bürgerinnen und Bürger mit Rollatorplatz, Mittelgang, Einstiegshilfe und Rollstuhlplatz, weswegen der Achtsitzer über einen zusätzlichen Heckzugang mit Klapprampe verfügt. Gegen ein geringes Entgelt, das sich an den Tarifen des Öffentlichen Personennahverkehrs anlehnt, gelangen Seniorinnen und Senioren dann auf acht verschiedenen Routen, im 14-tägigen Rhythmus immer montags, dienstags, donnerstags und freitags als Ergänzung des Linienverkehrs im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in die Kernstadt – zum Arzt, zum Einkaufen etc.

"Gestalten ist ein Miteinander. Gemeinsam gilt es Wege zu beschreiten, die im Alltagsleben positiv wirken und uns zusammen fit für morgen machen. Dazu zählt für mich der Bürgerbus. Als Bürgermeister einer ländlichen Region nimmt das Thema Mobilität und Infrastruktur einen sehr hohen Stellenwert ein. Die Gemeindevertretung hat eine tragende Verantwortung, das Lebensumfeld aller stärkend zu lenken und zu leiten. Hier setzt das Prinzip 'Bürger fahren Bürger' an, nämlich bei gegenseitigem Vertrauen. Es stärkt den nachbarschaftlichen Zusammenhalt und die Identität in den Dörfern und in der Stadt", unterstreicht Bürgermeister Nico Schulz.

Wichtig ist, dass der Bus einem großen Personenkreis zugänglich ist. Darum soll er am Nachmittag und an den Wochenenden auch Vereinen für Kinder- und Jugendfreizeiten, zum Beispiel Fahrten aus den Ortschaften zu sportlichen Turnieren oder auch zum Training bereitstehen.

Das Projekt lebt vom Engagement aller und lässt sich in drei Worten erklären: Bürger fahren Bürger. Zum Auftakt konnten bereits neun Bürgerbusfahrer ins Ehrenamt berufen werden. Sie alle haben mit großem Engagement den notwendigen Personenbeförderungsschein erworben und sind bereit, den Slogan der Einheitsgemeinde Osterburg (Altmark) "Wir leben Land" auf diese Weise mit Leben zu füllen. Sie erhalten für ihren ehrenamtlichen Einsatz eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 15,00 Euro pro Fahrtag zzgl. Kilometergeld zur Anfahrt.

Zum Hintergrund: "Wir leben Land" – Bürger fahren Bürger

Die Einheitsgemeinde Osterburg (Altmark) hat sich im Februar 2017 für das EU-geförderte Projekt "Bürgerbusse für Sachsen-Anhalt" beworben und als eine von drei Kommunen Ende Juni 2017 den Zuschlag vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr (MLV) und der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) erhalten. Umgesetzt wird die auf vorerst drei Jahre angelegte Pilotmaßnahme erstmals in Osterburg.

Warum? Die Hansestadt Osterburg (Altmark) ist eine ländlich geprägte Einheitsgemeinde mit 10.106 Einwohnern im Landkreis Stendal, nördliches Sachsen-Anhalt. Sie ist mit ihren 31 Ortsteilen und 44 Einwohnern je Quadratkilometern vergleichsweise dünn besiedelt, so dass das Thema Mobilität einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Denn hier ist man ohne Auto nur sehr eingeschränkt mobil. Dies bezieht sich nicht nur auf Menschen, die teilweise sehr weite Wege zu ihren Arbeitsstellen in Kauf nehmen müssen. Konkret betroffen sind zunehmend auch immer mehr ältere Bürger, die beispielsweise den Arzt aufsuchen müssen und den ÖPNV (der hauptsächlich zweimal täglich verkehrt) für ihre persönliche Lebenssituation nicht nutzen können.

Bestandteil des "Leitfadens zur Ärzteversorgung in der Hansestadt Osterburg (Altmark)"

Die medizinische Versorgung ist für eine Kleinstadt wie Osterburg ein sehr wichtiges Zukunftsthema. Der Anteil der Älteren wird immer größer, sowohl bei den Patienten, als auch bei den Ärzten. Noch hat Osterburg eine ausgewogene medizinische Grundversorgung. Diese gilt es in der Gegenwart und für die Zukunft abzusichern. Aus diesem Grund hat die Einheitsgemeinde unter Initiative von Bürgermeister Nico Schulz im Mai 2017 politisch einstimmig einen Zehn-Punkte-Plan namens "Leitfaden zur Ärzteversorgung" verabschiedet. Das Aktionspaket vernetzt verschiedene kommunale und gesellschaftliche Akteure und soll grundlegend zu einer nachhaltigen Daseinsvorsorge und damit zur Sicherung bzw. Verbesserung der Lebensqualität aller beitragen.

Der Erhalt der in Osterburg vorhandenen Arztpraxen, ein Stipendium für angehende Humanmediziner, ein Bürgerbus für mobil eingeschränkte Menschen, Unterstützung bei der Grundstücks- und Wohnungssuche, Fördermittel für Praxismodernisierungen, Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten der Daseinsvorsorge. All diese Lösungsansätze und konkreten Punkte im Ärzteleitfaden für Osterburg sind Antworten im Kleinen wie im großen Ganzen auf herausfordernde Handlungsfelder der sozialen Infrastruktur "Medizinische Versorgung", "Mobilität", "Nahversorgung" sowie "Bildungseinrichtungen".


 

Interner Link zur Druckversion dieser Seite
Seite empfehlen!