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24. July 2018

Gartenwettbewerb: Vereine fahren Pokalernte ein

Heike Peters-Busch, Vorsitzende des Vereins „Zur Erholung“, nahm den Pokal der Stadt Osterburg entgegen, von Bürgermeister Nico Schulz gab es noch ein Boskop-Bäumchen dazu. Links Gartenfreunde-Kreisvorsitzender Manfred Meckel. Foto: Nico Maß

Wetter wie aus dem Bilderbuch, dazu ein lauschiges Plätzchen im Schatten. Und nebenan ein Grill, auf dem schon Deftiges brutzelte. Eine passendere Kulisse als die am Sonnabendvormittag an der "Moritzburg" des Osterburger Vereins "Zur Erholung" hätte sich der Kreisverband der Gartenfreunde für den Schlussakt seines Wettbewerbes kaum wünschen können.

Landrat stiftet eigene Trophäe

Neben Abordnungen der auszuzeichnenden Vereine konnten Heike Peters-Busch als Vorsitzende der Osterburger Gastgeber und der Gartenfreunde-Kreisvorsitzende Manfred Meckel mit Peter Riebeseel auch den Präsidenten des Landesverbandes begrüßen. Ebenso Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz sowie die Vertreter der Bürgermeister von Stendal, Tangermünde und Havelberg, die der jeweils schönsten Anlage aus ihren Städten einen Pokal spendierten. Erstmalig reihte sich auch der Landkreis in die Riege der Trophäenstifter ein.

Der 1. Beigeordnete Denis Gruber zeichnete den Havelberger Verein "Am Schwimmbad" mit dem Pokal des Landrates aus. Abseits der Glückwünsche und Präsente für die Erstplatzierten zog Meckel grundsätzlich ein positives Fazit. Sämtliche Vereine hätten sich gut auf die "Schönheitskonkurrenz" vorbereitet, gab der Kreischef die Einschätzung der Wettbewerbskommission wieder. Meckel scheute sich aber auch nicht davor, Probleme anzusprechen.

Die Zahl der Mitglieder in den vom Kreisverband vertretenen 61 Kleingartenvereinen gehe generell zurück, die der nicht mehr bewirtschafteten Parzellen steige im Gegenzug an. "In den Städten Stendal, Tangerhütte und Osterburg verzeichnen wir bereits einen hohen Leerstand", so der Kreischef, der sich mit Blick auf das hohe Alter vieler Kleingärtner für die kommenden Jahre auf eine regelrechte Kündigungswelle einstellt. Umso wichtiger sei es, jungen Leuten den Einstieg so einfach wie möglich zu machen. Und dann eben auch zu akzeptieren, "dass bei ihrer Nutzung von Kleingärten ganz andere Dinge im Mittelpunkt stehen als vor 50 Jahren." Den jungen Leuten gehe es vor allem darum, gemeinsam mit Freunden Freizeit in den Gärten zu verbringen, sie würden ihre Parzellen häufig bunter gestalten.

Meckel nimmt die Politik in die Pflicht

"Ich mag das sehr, so kommen frische Ideen", sagte Manfred Meckel, stellte aber auch klar: "Der Charakter eines Kleingartens muss ersichtlich bleiben. Er darf sich nicht zu einem Erholungsgarten entwickeln. Sonst spielt das den Grund- und Bodeneigentümern in die Hände und sofort wird eine höhere Pacht verlangt. Aber wir wollen doch alle, dass sich auch in Zukunft jeder einen Kleingarten leisten kann."

Neben der Suche nach neuen Mitgliedern sei auch die Umnutzung von Flächen ein probates Mittel, um gegen den Leerstand anzugehen. Meckel nannte dafür Beispiele wie das Einrichten von Streuobstwiesen oder Insektengärten. Schließlich nahm der Vorsitzende des Kreisverbandes auch die Politik in der Pflicht. Von ihr erhoffe er sich neben mehr Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit der Vereinsvorstände auch finanzielle Unterstützung. Meckel verwies darauf, das die Vereine die Pacht für leere, ungenutzte Parzellen aus eigener Tasche aufbringen müssen und unter anderem auch den Rückbau von Lauben zu stemmen haben. Dies sorge in vielen Vereinen für Probleme, machte der Kreisverbandschef am Sonnabend deutlich.

veröffentlicht am 23.07.2018

von Nico Maß, Volksstimme Osterburg online

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