Liebe Bürgerinnen und Bürger der Einheitsgemeinde Osterburg,
das 19. Jahrhundert war das Zeitalter der Weltreiche. Das 20. Jahrhundert war das Zeitalter der Nationalstaaten. Und das 21. Jahrhundert wird das Zeitalter der Kommunen sein; wenn man Zukunftsforscher Daniel Dettling folgt. Und warum? Weil Kommunen die besseren Krisenmeister sind, da sie darin auch Chancen sehen. Gerade in einem Zeitalter der Globalisierung und auch Polarisierung identifizieren sich die Menschen mehr mit ihrer ganz unmittelbaren Heimat.
Im Diskurs geht es immer darum, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Und bei aller Verschiedenheit können wir uns vielleicht darauf einigen: Wir wollen unsere Gemeinschaft aus Stadt und Dörfern lebenswert erhalten und gestalten. Und 2026 stehen wir vor großen Herausforderungen. Da ist zum Beispiel eine dringend zu modernisierende Schwimmhalle „Am Fuchsbau“, für die wir seit Jahren um Fördermittel kämpfen und sich zu langsam zu wenig bewegt – außer Fliesen, die an unterschiedlichen Stellen immer wieder hochkommen. In jede Reparatur fließen Steuergelder, die nur punktuell notdürftig wiederherstellen. Im Volksmund Flickschusterei genannt. Dies hat zur Folge, dass die Schwimmhalle bis zur Vollendung der geplanten grundhaften Sanierung geschlossen bleiben muss – keine leichte Entscheidung. Manchmal fühlt es sich an, als verwalte man den Mangel. Und das mit einer Konsolidierung vor der Brust. Also einem Einsparprozess, der uns Einiges abverlangen wird. Gleichzeitig stehen uns rund 4,7 Millionen Euro aus dem Infrastrukturprogramm des Bundes und Landes zur Verfügung, die vor allem in Straßen und Radwegebau fließen. Ein Beschluss dazu wurde in der Sitzung des Stadtrates am 16.12.2025 gefasst; genauso wie zur Entwicklung des zukünftigen Verwaltungssitzes. Die Kosten für den An- und Ausbau steigen von 3,3 auf 4,3 Mio. Euro. Das dies nicht einfach nur durchgewunken wird, war klar. Aber mit intensiven Beratungen in den Fraktionen, den Ausschüssen und auch im Stadtrat konnte die Mehrheit mit nachvollziehbaren und fachlichen Argumenten überzeugt werden, so das mit 11 Ja-Stimmen bei nur 4 Gegenstimmen der Beschluss gefasst wurde.
Es gibt eine fundierte Meinung in der Wissenschaft, die heißt: Kommunen scheitern weniger an den großen Themen. Wenn Sie mich fragen: Wir bekommen sie als Erste zu spüren. Insbesondere hier auf dem Land in einer strukturschwachen Gegend. Gesundheit, Bildung, Mobilität. Straßen und Wege. Der demografische Wandel. Die attraktive Innenstadt von morgen mit Handel, Gastronomie, Beherbergung, Kunst und Kultur – also der zentralen Frage: Wer und was bringt die Menschen dazu, auch in der Zukunft „in die Stadt“ zu gehen und lokal zu konsumieren? Die Unzufriedenheit mit der Politik nicht zu vergessen. Denn wir sind die ersten „die da oben“.
Instrumente wie zufällig ausgeloste Bürgerräte helfen uns zu verstehen, bringen Menschen mit vielen Ideen und differenzierten Perspektiven zueinander, eben nicht „nur die üblichen Verdächtigen“. Wir alle stärken die parlamentarische Demokratie. Ich sehe darin und als große gemeinsame Aufgabe eine Einigung auf Basis der Realität. Und jetzt? Weg vom „Eventcharakter Bürgerrat“ – mehr Dialog wagen; nicht nur zu großen Zukunftskonzepten, sondern im Kleinen wie bei der Bildung eines Quartiersbeirats aus Einwohnerinnen und Einwohnern zur Gestaltung des Alten Düsedauer Weges beispielsweise. Gleichzeitig auch: mehr Transparenz zeigen. Das bedeutet gegenseitiges Vertrauen – in uns als Gesellschaft. Dass wir das Beste für uns wollen, auch wenn die Definition dessen natürlich oft unterschiedlich ausgeprägt ist.
Und ja, wir sind als Verwaltung noch am Anfang einer Lernkurve in einer Phase der gesellschaftlichen Veränderung, die gemeinsam mit bürgerlichem Engagement kontinuierlich nach oben zeigen kann. Ich danke an der Stelle ausdrücklich allen Ehrenamtlichen für ihre unschätzbar wichtige Arbeit in den Bereichen Brandschutz, Sport, Kultur, Soziales und Kommunalpolitik – weit gefasst, der alle in jeder noch so kleinen Nische meint. Sie sind der Kitt der Gesellschaft. Genauso wie die vielen Unternehmen, Selbstständigen, eine rege Händlerschaft in allen Bereichen und ihre Angestellten. Jede und jeder ist wichtig. Auf ihrem / seinem Posten. Mit ihrer / seiner Fähigkeit, Art zu leben und Passion. Nicht zuletzt die Kinder und Jugendlichen, die in festen Strukturen weitgehend behütet aufwachsen können.
Vor kurzem fand ich eine Liste mit 20 Fragen, die die Verwaltung radikal besser machen können an der Pinnwand im Büro einer Kollegin. Da steht unter 4. Was stört Bürgerinnen und Bürger am meisten und warum wissen wir das nicht? Oder: Was machen wir nur, weil „das immer so gemacht wurde“? Und auch: Wo verlieren wir die meiste Zeit – und wem nützt das? Gut finde ich auch die Auseinandersetzung mit der Frage: Was wäre das Mutigste, was wir tun könnten? Genauso wie: Was bräuchte jede und jeder wie, um sich gut informiert zu fühlen? Vielleicht finden Sie ja über den Jahreswechsel Zeit, sich das zu beantworten und dies einzubringen? Schreiben Sie an buergerrat@osterburg.de!
Eine Mehrheit von Ihnen hat mich vor einem halben Jahr in die dritte Amtszeit gewählt. Ich danke Ihnen für das erneute Vertrauen. Es ist keine Selbstverständlichkeit. Und dieses Vertrauen ist Verpflichtung und Ansporn zugleich, unsere Stadt mit ihren vielen Dörfern auch weiterhin mit ganzer Kraft voranzubringen. Mit Schub vom Status Grundzentrum zum Mittelzentrum mit mehr Zuweisungen und Möglichkeiten als eine Richtung, die wichtig ist.
Kommen Sie gut durch die manchmal etwas hektische Weihnachtszeit. Genießen Sie ein friedvolles Fest, so wie es Ihnen guttut. Tanken Sie Kraft. Schöpfen Sie Mut. Bleiben Sie gesund. Und lassen Sie uns beim Neujahrsempfang am 7. Januar 2026 um 19 Uhr in der Lebenshilfe Osterburg gemeinsam nach vorne schauen.
Und bitte beachten Sie in der Zeit vom 22. Dezember 2025 bis 7. Januar 2026 geänderte Bürgerservicezeiten:
Montag, 22.12. | regulär kein Sprechtag
Dienstag, 23.12. | Bürgerservice von 8 bis 12 Uhr | Bürgerservice am Nachmittag entfällt
Mittwoch, 24.12. – Freitag, 26.12. | Weihnachtsfeiertage | Verwaltung geschlossen
Montag, 29.12. | regulär kein Sprechtag
Dienstag, 30.12. | Bürgerservice von 8 bis 12 Uhr | Bürgerservice am Nachmittag entfällt
Mittwoch, 31.12. – Donnerstag, 01.01. | Silvester & Neujahr | Verwaltung geschlossen
Freitag, 02.01. | Brückentag | Verwaltung geschlossen
Montag, 05.01. | regulär kein Sprechtag
Dienstag, 06.01. | Feiertag
Der nächstfolgende Sprechtag ist Donnerstag, der 8. Januar 2026 mit Servicezeiten von 08:00 – 12:00 Uhr sowie von 14:00 – 16:00 Uhr.

