Ortschaft Flessau - Orteil Wollenrade |
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Das kleine Straßendorf Wollenrade entstand auf einer Waldrodung. Der Name ist deutsch und erinnert an die Arbeit des deutschen Bauern, der im frühen Mittelalter mit Axt und Feuer den Urwald bezwang. Dem Landbuche zur Folge gab es in Wollenrade im Jahr 1376 fünf Bauernhufen (Hufe = die für den Bauernhof nötige Nutzungsfläche). Der größte ritterliche Besitz in Wollenrade gehörte den "von Wollenschirs" bis in das Jahr 1625. Das zweite Rittergut gehörte einer der angesehensten Bürgerfamilie der Altmark, den Petersens. In Wollenrade besaß auch Philipp Wilhelm Gerden, ein bedeutender Historiker des 18. Jahrhunderts, einen Ritterbesitz. Am 11. Mai 1876 kaufte Christian Herms das ehemalige Rittergut. Haus und Hofstelle des ehemaligen Rittergutes sind heute noch im Besitz der Familie. Das älteste Schulhaus stand auf der Westseite gegenüber der Kirche. Das zweite Schulhaus wurde 1827 auf der Ostseite erbaut. Als dieses den Anforderungen nicht mehr genügte, wurde im Garten des Gutes das neue Schulhaus in den Jahren 1908 und 1909 errichtet. Die erste Einschulung soll 1910 gewesen sein. 1970 wurde der Schulbetrieb eingestellt. Alle Kinder gingen dann in die neu erbaute Schule nach Flessau. Bis 1990 wurde das Schulgebäude als Konsumverkaufsstelle genutzt. Heute ist es ein privates Wohnhaus. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Wollenrade 185 Menschen. Es gab 34 Grundstücke, 22 Bauernhöfe, ein Schmied, ein Hausschlachter und eine Gastwirtschaft. Der sozialistische Frühling auf dem Lande machte auch vor dem kleinen Bauerndorf Wollenrade keinen Halt. 1956 wurde die LPG "8. März" gegründet. 1960 bildete sich eine weitere LPG "Ährenkranz". Diese getrennt wirtschaftenden Betriebe schlossen sich 1969 der LPG in Flessau an. Seit der Wende gibt es wieder zwei private Landwirtschaftsbetriebe sowie einige Nebenerwerbslandwirte. Im Jahre 1910 wurde die Freiwillige Feuerwehr Wollenrade gegründet. Bis zum heutigen Tage sind die Kameraden der Feuerwehr noch sehr aktiv. Neben Übungen, Wettkämpfen, Pflege-, Wartung- und manchmal auch Löscharbeiten bestimmt die Feuerwehr das gesellschaftliche Leben im Dorf. In den Jahren 1995 und 2000 fanden zu Ehren der Gründung der Feuerwehr Feierlichkeiten mit Umzügen und Tanzveranstaltungen statt. Im Jahr 2000 wurde der Ort Wollenrade in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Durch diese Fördermittel war es möglich, die Fassaden der Bauernhäuser, aber auch die Dächer der Nebengebäude, neu zu gestalten und zu sanieren. Nur wenige Grundstücke warten noch auf einen neuen Besitzer bzw. Investor. In diesem Zuge wurde aus einem Resthof ein attraktives Dorfgemeinschaftshaus mit kombiniertem Feuerwehrgerätehaus geschaffen. Ein Blickfang für das Dorfbild ist die in der Mitte des Dorfes links gelegene Feldsteinkirche. |
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