Ortschaft Flessau - Orteil Rönnebeck |
| Der Ortsname Rönnebeck wurde von "rinnender Bach" abgeleitet. Beke = Bach; ronne, rönnen = laufen. Doch einen rinnenden Bach findet man nicht mehr. Hier sammelten sich mehrere kleine Zuflüsse des Markgrabens, die der Biese zuliefen. Nach dem Dorf nannte sich eine ritterliche Familie. Deren ersten Ahnherren Albrecht und Friedrich von Rönnebeck und der Knappe Conrad werden 1290 erstmals urkundlich erwähnt. Die von-Rönnebeck-Generation gilt aber seit 1748 als ausgestorben. 1804 zählte das Dorf zwei Güter, 103 Einwohner auf 23 Wohnhäuser, einen Rademacher und einen Müller mit Windmühle. Besitzer waren die Gebrüder von Kalben und die Obristin von Kleist. 1818 war Rönnebeck ein adliges Kirchendorf mit den Rittergütern der Frau von Winterfeld und des Gutsbesitzers von Orpensdorf. Mitten im Dorf wurde um 1200 die kleine rechteckige Feldsteinkirche errichtet. Der Grundstein für das Schulgelände wurde 1837 gelegt. In den Folgejahren erfuhr es mehrere Umbauten. Von 1834 bis zur Schließung der Schule in den 60er Jahren wurde von den jeweiligen Schulmeistern eine Schulchronik geführt. Im Jahre 1871 schlossen Agathe von Rönnebeck, geborene Wernecke, Tochter eines Aktienbrauereibesitzers, und der Sohn eines Knopffabrikanten, namens Schmidt, beide aus Magdeburg stammend, den Bund der Ehe. Sie führten als Wappen einen blauen Schild mit goldenem Stern und schwingenden Hämmern. Ihre soziale Herkunft erlaubt es ihnen, sich anschließend den Adelstitel "von Rönnebeck" und gleichzeitig die Rittergüter in Rönnebeck und Orpensdorf zu kaufen. Sie übernahmen ein 250 ha großes Gut, auf das bereits Generationen vorher der Mittelteil des Schlosses errichtet wurde. Die beiden Seitenflügel wurden in den Jahren nach 1872 gebaut. Das Eingangsportal mit seiner säulengetragenen gewölbten Überdachung errichteten die Rönnebecks 1879. Der Herr von Rönnebeck verstarb 1907. In der Folgezeit nahm Agathe von Rönnebeck die Geschicke des Anwesens in die Hand. So ließ sie beispielsweise im Gutspark eine Familiengrabstätte in Form eines sechseckigen Mausoleums errichten. Die aufwendig aus Marmor gefertigten Sarkophage stammten aus Italien. Ebenso auch die lebensgroße Figur des verstorbenen Sohnes der Familie. Alle Gebäude und Gartenanlagen waren bis zu Agathes Tod 1927 in bester Ordnung. Die Hinterbliebenen ließen das Schloss verfallen und hielten sich nur selten auf dem Schloss Rönnebeck auf. Von 1925 bis 1945 hatte Friedrich Vinzelberg als Pächter die Bewirtschaftung des Schlossbesitzes übernommen. 1935 renovierte er das Schloss und betrieb Gemüseanbau. Rönnebeck wurde durch ihn für seinen guten Spargel bekannt. Er soll auch Anteil am Bau der Osterburger Konservenfabrik gehabt haben. Während des Zweiten Weltkrieges blieb das Schloss vor Zerstörungen bewahrt. Nach Kriegsende richteten russische Soldaten darin ihr Quartier ein. Im Zuge der damaligen "Vergangenheitsbewältigung" in Verbindung mit der Bodenreform wurde 1947 das Schloss abgerissen, das Mausoleum zerstört und der Grund und Boden verteilt. Nur wenig erinnert heute daran, dass es in Rönnebeck ein Rittergut mit gepflegtem Gutspark und Schloss gab. Einzig erhaltener Zeuge aus der von - Rönnebeck -Dynastie ist der Neptunbrunnen, der in Osterburg auf dem Kleinen Markt stand. Einstmals in Italien hergestellt, zierte er die Vorderansicht des Schlosses. Im Laufe der Jahre verwilderte der Park zunehmens. Das Kriegsdenkmal neben der alten Dorfschule erinnert an die sechs Gefallenen und den einen Vermissten des Ersten Weltkrieges. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1898 gegründet. Neben einzelbäuerlichen Wirtschaften wurde auch in Rönnebeck eine LPG vom Typ I gebildet. Die Zweite Gründung dieses Betriebes erfolgt 1958, nachdem die erste LPG bis 1956 bestand. 1960 war das Dorf vollgenossenschaftlich. 1965 erfolgt der Anschluss der LPG Typ I an die LPG Typ III in Rossau. Seit 1970 gehörte dieser Betrieb zur LPG Pflanzenproduktion Flessau. Bis Ende der 70er Jahre stand den Rönnebeckern die Gaststätte mit Saal für das leibliche Wohl und größeren Feiern zur Verfügung. Heute gibt es lediglich einen Kulturraum, in der Dorfmitte gelegen. 1973 wurde die Gemeinde Rönnebeck als Ortsteil in die Gemeinde Flessau eingegliedert. In Eigeninitiative der Bevölkerung wurde 1973/74 die Dorfentwässerung gebaut. 1975/76 erfolgte im Anschluss an die zentrale Wasserversorgung. 1978 erhielt das Dorf eine neue Straßenbeleuchtung. Zur 700-Jahrfeier im Jahre 1990 konnten, wieder durch die hohe Einsatzbereitschaft der Einwohner, neue Gehwege verlegt werden. Anschließend wurde eine neue Schwarzdecke aufgebracht. |